28. Februar 2019 

Mobility Services - Die Geschichte hinter car2go, mytaxi und moovel.

Die Nachricht war eine kleine Sensation: Die Daimler AG und die BMW Group, zwei Pioniere der Automobilindustrie, machen gemeinsame Sache und bündeln ihre Mobility Services in einem Joint Venture. Mit den neuen Mobilitätsmarken SHARE NOW, REACH NOW, FREE NOW, CHARGE NOW und PARK NOW beginnt eine neue Ära der urbanen und nachhaltigen Mobilität. Doch wie kam es dazu, dass aus gewagten Ideen erfolgreiche Geschäftsmodelle wurden? Wir blicken zurück auf die bewegte Geschichte von car2go, mytaxi und moovel.

Die Entstehungsgeschichte der drei Mobilitätsdienstleister car2go, mytaxi und moovel der Daimler AG.

Die Entstehungsgeschichte der drei Mobilitätsdienstleister car2go, mytaxi und moovel.

car2Go.

Es war 2007, da wurde der VfB Stuttgart nebenan gerade zum fünften Mal Deutscher Fußballmeister, als in der Daimler-Zentrale in Stuttgart-Untertürkheim ein ganz neues Kapitel der Mobilitätsgeschichte aufgeschlagen wurde. In einem spärlich möblierten Büro zwischen halbausgepackten Kartons steckt ein junges Team um Robert Henrich aus dem Bereich Business Innovation die Köpfe zusammen und fragt sich, wie urbane Mobilität in der Zukunft aussehen könnte. Und plötzlich ploppt die Idee auf: Carsharing.

Aller Anfang war schwer, doch die Daimler-Vordenker ließen ihre Kritiker schnell verstummen – nicht zuletzt dank der Integration von GPS und Smartphone. Wenig später stand die erste Präsentation unter dem Titel „City Smart“, weil es sich schon damals schnell zeigte, dass der Smart Fortwo das ideale Carsharing-Fahrzeug für die Großstadt war.

Robert Henrich und sein Team gingen der Frage nach, wie urbane Mobilität künftig aussehen könnte.

Robert Henrich und sein Team gingen der Frage nach, wie urbane Mobilität künftig aussehen könnte.

Es stand von Anfang an fest: Der Smart Fortwo war das ideale Carsharing-Fahrzeug für die Großstadt.

Es stand von Anfang an fest: Der Smart Fortwo war das ideale Carsharing-Fahrzeug für die Großstadt.

Bevor es auf die Straße ging, musste freilich der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche grünes Licht geben. Robert Henrich erinnert sich: „Wir hatten einen Smart Fortwo in das Foyer des damaligen Vorstandsgebäudes in Untertürkheim gestellt, feierlich mit einem weißen Tuch verdeckt. Die Technik war noch nicht fertig, also haben wir aus Pappe eine Touchscreen-Attrappe gebaut und jeden „Screen“ des Mietablaufes auf Pappkarten gemalt.“ Der Chef war dennoch überzeugt.

Das Carsharing-Angebot wurde car2go getauft, das Motto: „Immer und überall einfach einsteigen und losfahren.“ Dann wurde car2go am Daimler Forschungsstandort Ulm unter realen Bedingungen getestet. Nach Ulm kam Austin/Texas, dann noch weitere 24 Standorte in neun Ländern hinzu. Zum Zeitpunkt der Verschmelzung mit der BMW Variante DriveNow zählte der Carsharing-Anbieter 3,6 Millionen Kunden, der Fahrzeugbestand belief sich auf 14.000 Fahrzeuge. Stadtbewohnern wurde erstmals ein Produkt geboten, das die Flexibilität und Verfügbarkeit ermöglichte, die man normalerweise nur mit einem eigenen Auto hatte.

Daimlers Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche war von Anfang an von dem Carsharing-Konzept überzeugt.

Daimlers Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche war von Anfang an von dem Carsharing-Konzept überzeugt.

Erstmals wurde car2go in Ulm getestet.

Erstmals wurde car2go in Ulm getestet.

mytaxi.

Die Jung-Unternehmer Niclaus Mewes und seinen Cousin Sven Külper trieb eine ganz andere Frage um. Nachts in München unterwegs, hatten die beiden Hamburger vergeblich versucht, ein Taxi zu ergattern. Da kam ihnen die Idee für mytaxi – eine App, mit der sich Taxifahrer und Kunden mittels der GPS-Funktion von Smartphones punktgenau orten können. 2010 gründeten sie in ihrer kleinen Dachgeschosswohnung ihr Startup, damals noch unter dem Namen „1touchtaxi“. Das erste große Investment sah vor, 100 iPhones an Hamburger Taxifahrer zu verschenken, um ihnen die Vorzüge der kompakten Alleskönner schmackhaft zu machen. Ein genialer Schachzug, wie sich zeigen sollte!

Vier Jahre später beteiligte sich Daimler Mobility Services an dem Startup – damit wurde der Grundstein für die erfolgreiche Zusammenarbeit gelegt. Denn die Zahlen sprechen für sich: mytaxi ist Europas führende Ride-Hailing App und in 100 europäischen Städten verfügbar. Mehr als 100.000 registrierte Fahrer machen mit.

Mytaxi: Eine App, die Taxifahrer und Kunden zusammenbringt.

Mytaxi: Eine App, die Taxifahrer und Kunden zusammenbringt.

Mytaxi ist in 100 europäischen Städten verfügbar.

Mytaxi ist in 100 europäischen Städten verfügbar.

moovel.

Eine App, eine Route von A nach B, ein Bezahlvorgang: Mit diesem Gedanken konzipierten Daimlers Vordenker von Business Innovation 2013 moovel, die erste Mobilitäts-App der Welt, die das Suchen, Buchen und Bezahlen von unterschiedlichen Mobilitätsangeboten ermöglicht – egal ob Carsharing, Taxi, Straßenbahn oder Leihfahrrad. Mit unnötigem Herumgespringe zwischen diversen Apps, um von A nach B zu kommen, war fortan Schluss.

Nachdem das Angebot erfolgreich in Stuttgart getestet wurde, zeigten weitere Städte und Kommunen Interesse. Und Daimler hatte ein neues, riesiges Kundenfeld entdeckt: urbane Metropolen. Nebenbei heimste die clevere App auch noch den Deutschen Mobilitätspreis ein. Seit dem Markstart ist die Kundenzahl stetig gestiegen: Moovel wird heute von sechs Millionen Kunden in den Hauptmärkten Deutschland und Nordamerika genutzt.

Moovel kombiniert unterschiedliche Mobilitätsangebote.

Moovel kombiniert unterschiedliche Mobilitätsangebote.

Die App moovel wird von sechs Millionen Kunden genutzt.

Die App moovel wird von sechs Millionen Kunden genutzt.

Aus gewagten Ideen wurde so eine ganz neue Ära der Mobilität eingeläutet, die mit dem Gemeinschaftsunternehmen von Daimler und BMW fortgeführt wird. Dazu werden die bestehenden Angebote der beiden Automobilunternehmen für On-Demand Mobilität in den Bereichen Carsharing, Ride-Hailing, Parking, Charging und Multimodalität zu einem starken Player zusammengeführt. Ein wichtiger Schritt zur Reduzierung des innerstädtischen Verkehrsaufkommens und hin zu saubereren und lebenswerten Städten.

Die Daimler AG und die BMW Group bündeln ihre Services und investieren eine Milliarde Euro.

Die Daimler AG und die BMW Group bündeln ihre Services und investieren eine Milliarde Euro.

Wie sieht das neue Angebot genau aus? Mit SHARE NOW können Kunden Fahrzeuge per Smartphone mieten und bezahlen. Der Carsharing-Service hat mehr als vier Millionen Kunden, die mit 20.000 Fahrzeugen in 31 Metropolen unterwegs sind. Über REACH NOW können aktuell 6,7 Millionen Kunden ihre Wege in der Stadt planen und verschiedene Mobilitätslösungen buchen, von öffentlichen Verkehrsmitteln über Leihräder, E-Scooter bis hin zu Autos. CHARGE NOW fasst in einer App mehr als 100.000 Ladesäulen für Elektroautos von 250 Betreibern in 25 Ländern zusammen. PARK NOW vereinfacht das Parken in Parkhäusern und am Straßenrand – in Europa und Nordamerika nutzen über 30 Millionen Kunden in mehr als 1.100 Städten den Service. Mit mehr als 21 Millionen Kunden und über 250.000 Fahrern ist FREE NOW einer der größten Ride-Hailer in Europa und Lateinamerika. 

Holger Kirsch

Pressesprecher
Tel: 0711-25744039
E-Mail: holger.kirsch@daimler.com

Harald Bertsch

Leiter Unternehmenskommunikation
Tel: 0711-25744010
E-Mail: harald.bertsch@daimler.com