11. Mai 2020

Ehrenamtlich im Corona-Einsatz

Die Coronavirus-Pandemie erschwert das Miteinander. Doch während wir physisch auf Distanz gehen, steigen der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft bei den Menschen. Das zeigen auch unsere zwei Kolleginnen, die sich während der Kurzarbeit ehrenamtlich engagieren. Anita Greiner-Spieth arbeitet in einem Non-Profit-Lebensmittelladen und Brigitte Nonnast näht Schutzmasken für Ärzte, Hebammen und Schüler.
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„Toilettenpapier?“, sagt Anita Greiner-Spieth mit einem Schmunzeln. „Davon haben wir jetzt mehr als genug auf Lager!“ Auch im „Bergladen“, in dem sie sich während der Kurzarbeit ehrenamtlich engagiert, stieg die Nachfrage mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Ausgangsbeschränkungen rasant an. „Die Leute hatten uns damals den Laden leer gekauft!“, erinnert sich die Kollegin aus dem Banking-Team der Mercedes-Benz Bank.

Das kleine Geschäft im Esslinger Stadtteil Hegensberg wird von einem Förderverein betrieben und dient der Grundversorgung mit Lebensmitteln. „Es ist der einzige Lebensmittelladen in unserem Stadtteil“, erklärt Greiner-Spieth, die auch stellvertretende Kassiererin des Vereins ist. Besonders ältere Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt seien, schätzten das Angebot. „Vor allem in dieser schwierigen Zeit. Denn ansonsten müssten sie ins Esslinger Zentrum und sie gehören zur Risikogruppe“, so die Kollegin.

Der Non-Profit-Laden, der unter der Woche morgens und abends je zwei Stunden geöffnet hat, wurde von Mitgliedern einer methodistischen Kirche gegründet und basiert auf einem Genossenschaftsmodell – nur wer Mitglied im Förderverein ist, darf hier auch einkaufen. Der Kundenstamm, der mit der Corona-Krise angewachsen ist, zählt aktuell 150 Familien. 

Die Lebensmittel des täglichen Bedarfs werden bei Discountern im Esslinger Kessel besorgt – in den ersten Wochen der Epidemie war Anita Greiner-Spieth bis zu drei Stunden unterwegs, um alles zusammenzubekommen. Die Lebensmittel werden dann fast zum Einkaufspreis weiterverkauft. „Der Laden finanziert sich nicht über den Verkauf, sondern über die Mitgliedsbeiträge”, erklärt sie. 

Viele Produkte kommen aus der Region – Eier, Honig und Eierlikör. „Es gibt aber auch eine Liste für Sonderwünsche, so etwa für vegane oder glutenfreie Produkte“, sagt sie. Nur Obst und Gemüse sucht man vergeblich, diese erfordern strenge Kontrollen. Doch der Laden ist weit mehr als ein kleiner Supermarkt. In der Vor-Corona-Zeit war er auch ein sozialer Treffpunkt, ein Ort der Begegnung. „Die Menschen, die bei uns einkaufen, bleiben gerne etwas länger“, berichtet sie und verweist auf die Sofas. „Die Gemeinschaft ist uns sehr wichtig!“

Rund zwölf Autokilometer weiter südlich sitzt Brigitte Nonnast in ihrem heimischen Wohnzimmer in Neuhausen und näht am laufenden Band Mund-Nase-Schutzmasken für Arztpraxen, Hebammen und Physiotherapeuten. Sie weiß, wie wichtig es ist, dass gerade Menschen, die an vorderster Front stehen, ihre Jobs bedenkenlos machen können. „Eine Schwangere lässt sich schließlich nicht aus dem Home Office untersuchen“, sagt die Kollegin aus dem Change-Team von Daimler Mobility, wenngleich klar ist, dass die „Community-Maske“ nur eingeschränkten Schutz bietet. Die Masken aus Baumwollstoff seien aber waschbar und damit eine nachhaltigere Alternative zu Einmalmasken. Weitere Abnehmer sind Einrichtungen für Menschen mit Handicap oder Schulen.

Gekommen war sie dazu, nachdem sie einen Aufruf im örtlichen Gemeindeblatt entdeckt hatte. Ob Muster, Piktogramme oder Grafiken: Mehr als 300 Masken in allen Farben hat sie mittlerweile in ihrem „Nähstübchen“ hergestellt. „Das Material, Nähgarn und Schrägband sind teilweise Spenden von Bürgern, es wird aber auch mit Geldspenden von Abnehmern gekauft“, erzählt sie, während die nächste Stoffmaske auf dem Stapel landet. Rund 20 Minuten braucht sie für eine.

Dass ihr diese Arbeit leicht von der Hand geht, kommt nicht von ungefähr. „Nähen hat mir schon in der Schule viel Spaß gemacht“, verrät die Neuhauserin, die sich dann aber doch für einen anderen Weg entschied. Der Fingerhut verschwand aber nicht einfach in der Schublade. Immer wenn Zeit war, ging es an ihre Pfaff-Nähmaschine, die mittlerweile fast 35 Jahre auf dem Buckel hat. Über die Jahre entstanden so viele Kleidungsstücke, Kostüme, Tischdecken oder auch Vorhänge.

Auch in den nächsten Wochen wird sie das Näh-Team, das mittlerweile aus 40 Ehrenamtlichen besteht, unterstützen. Denn die Nachfrage reißt nicht ab. „Gerade Stoffmasken sind schnell durchfeuchtet, da bietet es sich an, wenn man noch eine Ersatzmaske parat hat“, sagt sie.

Man müsse dem Tag eine Struktur geben, befindet Brigitte Nonnast mit Blick auf die ungewohnt freie Zeit in der Kurzarbeit. „Der Mensch braucht einfach eine Aufgabe!“ Und Anita Greiner-Spieth ergänzt: „Wenn es dann auch noch eine Aufgabe ist, mit der man anderen Menschen helfen kann, dann ist es umso schöner!“

Holger Kirsch

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